Bankenregulierung

IT-Stauatlas: Staugefahr bei Projekten zur digitalen Kundenkommunikation bei privaten Banken

Hamburg, 31. Mai 2016 – Private Bankhäuser kommen mit der digitalen Kundenkommunikation nicht voran: Bei Projekten zum Ausbau von Vertriebswegen sowie den digitalen Services im Online- und Mobile-Banking besteht akute Staugefahr. Das sind Ergebnisse des IT-Stauatlas 2016 der Unternehmensberatung PPI, für den Führungskräfte von Privatbanken befragt wurden.

Beim Ausbau von Online-Services haben die befragten Banken im vergangenen Jahr nur etwa die Hälfte ihres Solls erfüllt. Beim Kundenmanagement und beim Ausbau der Vertriebswege bleiben die Projekte sogar noch dahinter zurück. Dabei steht diese Profilbildung beim Kunden in diesem Jahr weit oben auf der Agenda. Vor allem die privaten Banken mit häufigem direkten Kundenkontakt wollen dieses Feld verstärkt beackern: Sechs von zehn Bankhäusern haben sich für 2016 Kundenmanagement und den Ausbau ihrer Vertriebswege auf die Fahnen geschrieben. Dafür sind enorme Umbaumaßnahmen bei den IT-Systemen erforderlich.

Ausbau der Vertriebswege steckt im Stau

Nur kommen die Banken aktuell bei ihren wichtigsten Projekten nicht voran. Am stärksten hakt es ausgerechnet bei den Banken mit häufigem Kontakt direkt zum Kunden, die Unzufriedenheit bei den Verantwortlichen ist vergleichsweise groß. So ist etwa jede vierte Privatbank unzufrieden mit dem Umsetzungsstand beim Ausbau der Vertriebswege. Die Häuser stecken im Stau. Bei Digitalisierungsprojekten sowie der Entwicklung neuer Produkte und Leistungen ist die Unzufriedenheit ähnlich groß. Bei einem Fünftel der Banken hakt es beim Ausbau der Online-Services. Die Umsetzung regulatorischer Anforderungen dagegen, die die Banken laut Studie in diesem Jahr ebenfalls stark beschäftigt , scheint gut zu laufen: Bei diesen Projekten zeigt der Stauatlas weitgehend freie Fahrt.

Neue Regularien, die der Gesetzgeber vorgibt, neue Wettbewerber wie zum Beispiel Fintechs und geänderte Kundenanforderungen – die Banken sehen sich vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen und müssen mit entsprechend vielen Projekten jonglieren. „Die Umsetzung regulatorischer Anforderungen fordert die IT heraus und bindet Kräfte. Die Banken müssen zusehen, dass neben den Muss-Projekten noch Luft bleibt für Strategische-Projekte. In der Praxis ist das ein Spagat“, sagt Christian Appel, Partner bei PPI. Diesen Druck spüren besonders die privaten Banken mit direktem Kundenkontakt. Vier von fünf Häusern – und damit im Branchenvergleich überdurchschnittlich viele – sehen ihre Geschäftsentwicklung von diesen geänderten Kundenanforderungen und Wettbewerbsbedingungen beeinflusst. „Für die Banken geht es jetzt ans Eingemachte. Denn vom Erfolg bei der digitalen Kundenkommunikation hängt ihre Zukunft ab “, sagt Christian Appel von PPI.

Veraltete IT behindert Zukunftsprojekte

Als Ursachen für den Projektstau verweisen die Verantwortlichen zumeist auf hohe Kosten und Budgetmangel . Auffällig ist auch, dass private Banken mit direktem Kundenkontakt besonders häufig veraltete Kernbanksysteme als Bremsklötze für Projekte ins Feld führen. Mehr als ein Drittel fühlt sich durch ihr IT-Herzstück behindert. „In diesem Bereich sind die Direkt- und Investmentbanken meist einen Schritt weiter. Die privaten Banken mit direktem Kundenkontakt müssen längst fällige strategische Fragen in ihrer IT-Architektur beantworten“, sagt Christian Appel.

Über die Studie

Der IT-Stauatlas 2016 untersucht, mit welchen Projekten sich deutsche Privatbanken (ohne Sparkassen und Genossenschaftsbanken) aktuell beschäftigen und inwieweit IT-Systeme die Banken in ihrer Geschäftsentwicklung bremsen. Im Rahmen einer CATI-Befragung (Computer Assisted Telephone Interview) wurden im Januar 2016 54 Führungskräfte in privaten Banken aus den Bereichen Organisation, IT, Business Development, Risk Management und Wertpapierservice befragt.

Mit der Einbeziehung von 54 Instituten, die insgesamt eine Bilanzsumme von ca. 800 Mrd. Euro erwirtschaften, wurde rund ein Viertel der insgesamt knapp 200 deutschen Privatbanken in der Studie berücksichtigt.

Für die Auswertung wurden die Banken in drei Cluster gegliedert:

  1. Banken mit individualisierten Prozessen und häufigem direkten Kundenkontakt (Privatbanken, Regionalbanken, Großbanken)
  2. Banken mit standardisierten Prozessen und standardisiertem Kundenkontakt (Investmentbanken, Direktbanken, Autobanken, Transaktions-/ Wertpapierhandelsbanken)
  3. Banken mit spezialisierten Prozessen und wenig Kundenkontakt (Auslandsbanken und sonstige Banken)
PPI Aktiengesellschaft

Die PPI Aktiengesellschaft ist seit 30 Jahren an den Standorten Hamburg, Kiel, Frankfurt, Düsseldorf und Paris erfolgreich für die Finanzbranche tätig. 2015 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen 415 Mitarbeitern 54,3 Millionen Euro Umsatz in den drei Geschäftsfeldern Consulting, Software-Entwicklung und Software-Produkte. Im Electronic Banking liegt der Schwerpunkt auf sicheren und wirtschaftlichen Standardprodukten für die Kommunikation zwischen Firmenkunden beziehungsweise Privatkunden und ihrer Bank. Für EBICS-Produkte ist die PPI AG Marktführer in Deutschland. In der Software-Entwicklung stellt PPI durch professionelle und verlässliche Vorgehensweise eine hohe Qualität der Ergebnisse und absolute Termin- und Budgettreue sicher. Das Consulting-Angebot erstreckt sich von der strategischen über die bank- und versicherungsfachliche bis zur IT-Beratung.

Pressekontakt

Jörg Forthmann
Faktenkontor GmbH
Tel: +49 (0)40 253 185-111
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