Risikomanagement

Praxisbericht zur Risikotragfähigkeit bei Julius Bär: Dem Risiko mit einem Konzept begegnen (PPI FORUM)

Banken sind dazu verpflichtet, die Risikotragfähigkeit zu ermitteln und sicherzustellen. Veränderungen in Vorschriften und an den Finanzmärkten machen dabei eine regelmäßige Überprüfung notwendig. Zusammen mit PPI hat die Julius Bär Europe AG ihr Risikotragfähigkeitskonzept daher einer Analyse und Weiterentwicklung unterzogen.

Der Gesetzgeber verlangt von Kreditinstituten, angemessene und wirksame Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit einzurichten. Diese ist hergestellt, wenn alle maßgeblichen Risiken durch das gegebene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden. Die Wahl der Methoden zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit liegt bei den Banken. Der Entwicklung der institutsspezifischen Umsetzung dieser Methoden muss daher hohe Aufmerksamkeit im Rahmen der MaRisk eingeräumt werden.

Risikotragfähigkeit in der Gesamtbanksteuerung

Risiken sind sehr individuell. Grundlage für ein valides Konzept ist daher die Identifikation der jeweils relevanten Risikoarten und -treiber. Für eine Privatbank wie die Julius Bär Europe AG haben beispielsweise Geschäftsrisiken eine hohe Bedeutung. Die entsprechenden Risikotreiber wären die Kapitalrendite oder die Verringerung des Kundenstamms. Für eine Investmentbank stehen Marktpreisrisiken im Vordergrund mit Marktpreisschwankungen als Treiber.

Durch ein Risikotragfähigkeitskonzept erhalten Banken einen Überblick, welche Risiken sie sich leisten können und wo noch Potenziale liegen. Des Weiteren lassen sich daraus Steuerungsimpulse für die Gesamtbank ableiten. Institute müssen ihre Konzepte laufend anpassen.

Denn mit einem Risikotragfähigkeitskonzept sind Banken nicht lange geschützt. Die regulatorischen Vorschriften werden regelmäßig angepasst. Dadurch ergeben sich neue Anforderungen an bestehende Risikomodelle, die einen Teil der Risikotragfähigkeitsrechnung bilden. Zudem sind die Finanzmärkte einem ständigen Wandel unterworfen, neue Risikoarten kommen ans Licht.

Umsetzung bei Julius Bär Europe AG

Seit Juni 2012 überarbeitet PPI das Risikotragfähigkeitskonzept bei dem Schweizer Bankhaus Julius Bär Europe AG. Die erste Phase des Projekts wurde im Oktober 2012 erfolgreich abgeschlossen. Dabei analysierte PPI das Konzept und entwickelte die verwendeten Risikomodelle, Sensitivitätsanalysen und Stresstests weiter. Die Risikomodelle und Simulationsstudien wurden von der bisher zerstückelten IT-Landschaft in ein einheitliches System implementiert. Zur Erhöhung der Datensicherheit implementierte PPI ein Benutzerkonzept mit klarer Rollentrennung. Letztendlich wurde der Risikotragfähigkeitsrechner in das bankweite Management-Informationssystem eingebettet. So lassen sich übersichtliche Reports in Form eines Risikocockpits für das Management erstellen.

Aktuell wird bei Julius Bär das Kreditportfoliomodell überarbeitet, um zukünftig Prognosen von Wertveränderungen eines Portfolios aufgrund von Kreditausfällen oder Bonitätsveränderungen besser treffen zu können. Anschließend wird eine Ankopplung des Risikotragfähigkeitsrechners an das gruppenweite Kreditrisikoüberwachungssystem und an das Datenbanksystem erfolgen.

Dazu Dr. Gerhard Grebe von Julius Bär: „PPI hat uns sehr erfolgreich bei der Umsetzung des für unsere Bank entwickelten Risikotragfähigkeitskonzepts unterstützt. Wir setzen die Zusammenarbeit gern bei der Weiterentwicklung des Modells fort.“

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