Solvency II

Schlechter Automatisierungsgrad: Wird Solvency II zum Effizienzkiller?

Hamburg, 13. Mai 2015 – Die Berichtspflichten von Solvency II sorgen bei deutschen Versicherern für Kopfzerbrechen. 90 Prozent halten vor allem die dafür nötige Automatisierung für schwierig umzusetzen. Sowohl bei der Datenbewirtschaftung wie auch bei der Berichterstellung haben Assekuranzen ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Dabei geht die Mehrheit davon aus, dass die Komplexität ab kommendem Jahr im Regelbetrieb sogar noch zunimmt. Das sind Ergebnisse der aktuellen Marktstudie „Reporting unter Solvency II“ der auf Versicherungen und Banken spezialisierten Unternehmensberatung PPI, für die 50 Entscheider in den Assekuranzen befragt wurden.

Ab dem 1. Januar 2016 gelten für Versicherungen aufgrund der Solvency-II-Richtlinie unter anderem neue Eigenkapitalanforderungen. Künftig müssen alle Versicherer in der EU der Aufsichtsbehörde Quartals- und Jahresberichte vorlegen. Neun Monate vor dem Stichtag befindet sich nur knapp ein Drittel der befragten Versicherer auf der Zielgeraden, um die Anforderungen an das Solvency-II-Reporting zu erfüllen.

Sorgen bereitet den Versicherern vor allem der Automatisierungsgrad der Reportings. 58 Prozent vergeben beim Automatisierungsgrad in der Datenbewirtschaftung schlechte Noten. Für 52 Prozent besteht auch bei der Automatisierung der Berichterstellung noch deutlicher Nachholbedarf. Dabei ist gerade hier eine automatisierte Erstellung sinnvoll. Denn Berichterstellung und Datenbewirtschaftung gelten als die schwierigsten Teile des Reportingprozesses. 86 Prozent der Versicherungsentscheider bewerten die Umsetzung der Datenbewirtschaftung als schwierig, 72 Prozent die Berichterstellung.

Wenn im Rahmen von Solvency II ein Bericht erstellt werden soll, müssen die Daten aus den verschiedenen Subsystemen geholt werden, wo sie in unterschiedlichen Dokumenten liegen. „Das kostet Zeit und Manpower. Zudem leidet die Qualität der Ergebnisse, was zu höheren Auflagen und Kontrollen seitens der Aufsicht führen kann“, sagt Torsten Gillessen, Versicherungsexperte und Partner bei PPI. Bei einem notwendigen Update kann beispielsweise auch nur schwer sichergestellt werden, dass alle Dokumente miteinbezogen werden und Links weiterhin funktionieren. „Die Lösung ist ein Data Warehouse als einheitliche Quelle für alle nötigen Daten“, so Gillessen. Künftig müssen beispielsweise Metadaten zur Überprüfung der Herkunft bei Solvency-II-Reportings mitgesendet werden. Das ist mit einem Data Warehouse sehr viel effizienter möglich als ohne.

Bisher scheuen viele Versicherer noch ein Data Warehouse. „Sie haben Angst vor dem großen Wurf mit einem konzernweiten Data Warehouse, das ihnen viel zu aufwändig erscheint. Doch inzwischen gibt es auch kleine Lösungen. Wichtig ist es, zunächst die drängenden Themen anzugehen und Daten für die Solvency-II-Reportings konsolidiert abzulegen. Das Data Warehouse ist nicht starr und kann später ausgebaut werden“, sagt Gillessen. Wenn der Regelbetrieb unter Solvency II im kommenden Jahr läuft, kann immer noch überlegt werden, ob das Data Warehouse für weitere Unternehmenssparten genutzt wird.

„Jetzt sollten Versicherer handeln und den Daten einen einheitlichen Ort geben. Mit einem Data Warehouse ist die Automatisierung der Reportings einfacher, effizienter und lässt sich durch Tools weiter unterstützen“, sagt Gillessen. Immerhin haben die befragten Entscheider den Handlungsdruck bereits erkannt. 95 Prozent der Solvency-Experten räumen der Automatisierung ab 2016 hohe oder sogar sehr hohe Relevanz ein.

Über die Studie

Die Studie „Reporting unter Solvency II“ untersucht den Umsetzungsstand der dritten Säule von Solvency II in deutschen Versicherungsunternehmen. Dazu wurden 50 Entscheider aus diversen Versicherungen zwischen Februar und März 2015 befragt.

PPI Aktiengesellschaft

Die PPI Aktiengesellschaft ist seit 30 Jahren erfolgreich für Banken und Versicherungen tätig. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen 388 Mitarbeitern 51,7 Millionen Euro Umsatz in den Geschäftsfeldern Consulting, Software-Entwicklung, Business Intelligence und Produkte. Im Markt der Banken ist PPI Spezialist für Zahlungsverkehr, Risikomanagement und Compliance. Versicherungsunternehmen bietet PPI fachlich wie methodisch exzellente Lösungen für alle Kernprozesse der Assekuranz. Die langjährigen Kunden schätzen an der Vorgehensweise die hohe Qualität sowie die absolute Termin- und Budgettreue. Die praxiserfahrenen Mitarbeiter vermitteln stets zwischen den Fachbereichen und der IT.

Pressekontakt

Florian Bongartz
Faktenkontor GmbH
Tel: +49 (0)40 253 185-128
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E-Mail: florian.bongartz(at)faktenkontor.de

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