Bezahlverfahren

Studie: Mehr E-Geld-Institute in Europa (PPI FORUM)

Die Zahl der neu registrierten E-Geld-Anbieter und Zahlungsinstitute in Europa ist seit 2009 auf fast 700 gewachsen. Die Mehrheit fokussiert sich auf Geldtransferdienste. Das zeigt die Studie „E-Geld- und Zahlungsinstitute“ von PPI und der Fachhochschule Kaiserslautern.

Die Studie analysiert die Auswirkungen der EU-Richtlinie PSD (Payment Service Directive), die seit November 2009 in den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt sein muss. Durch die Vorschrift erhalten E-Geld- und Zahlungsinstitute bessere Chancen, sich im Markt zu positionieren. Ausgewertet wurden 30 nationale Melderegister sowie die Internetseiten der registrierten Institute.

Die nationalen Märkte reagieren unterschiedlich auf die neuen Freiheiten – auch in Staaten mit ähnlich großen Märkten. Während Deutschland, Italien und Spanien mit 40 bis 50 E-Geld- und Zahlungsinstituten vergleichsweise viele Registrierungen aufweisen, ist Frankreich mit weniger als zehn Lizenzen deutlich unterrepräsentiert. Eine Ausnahmestellung nimmt Großbritannien ein. Dort haben sich seit 2009 rund 300 Institute registrieren lassen.

Das Finanztransfergeschäft lockt besonders viele neue Anbieter in den Markt. Diese Dienste ohne nötige Einrichtung eines Zahlungskontos machen allein 38 Prozent der Neuregistrierungen aus. Andere Institute konzentrieren sich auf das Zahlungskartengeschäft ohne Kreditgewährung und die Echtheitsprüfung von Zahlungen. Einen großen Zuwachs an Registereinträgen gibt es zum Beispiel bei Diensten mit aufladbaren Kreditkarten, so genannten Prepaid Credit Cards.

Inwieweit die neuen Anbieter den Wettbewerb durch Innovationen, niedrigere Preise und kostengünstigere Prozesse bereits verändert haben, muss sich noch zeigen. Bei einem Großteil der Kapitalgeber handelt es sich um Private-Equity-Firmen. „Diese Investoren gehen mit einer ganz anderen Risikobereitschaft als Banken vor“, sagt Studienleiterin Sabine Höfferling von PPI. „Für viele Start-ups bilden die komplexen gesetzlichen Anforderungen eine schwer kalkulierbare Hürde. Es bleibt deshalb abzuwarten, welche dieser Investitionen tatsächlich rentable Lösungen und Geschäftsmodelle schaffen“, ergänzt Steffen Kowalski, Zahlungsverkehrsexperte bei PPI.

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