Zahlungsverkehr

Bezahlkarten: EU-Verordnung kostet Banken jährlich 250 Millionen Euro

Hamburg, 29. Dezember 2014 – Mit Kredit- und Debitkarten verdienen Banken künftig kaum noch Geld. Nach dem gestern gefundenen Kompromiss der EU soll die Höchstgrenze für Gebühren, die bei Kreditkartenzahlungen erhoben werden dürfen, von 1,3 auf nur noch 0,3 Prozent des Umsatzes sinken. Bei Debitkarten sinkt sie von 0,3 auf 0,2 Prozent. Mehr als 250 Millionen Euro Umsatz geht den Banken dadurch pro Jahr allein in Deutschland verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktanalyse der Unternehmensberatung PPI.

Die Pläne aus Brüssel bedrohen darüber hinaus ein wichtiges Zusatzgeschäft der Banken: gemeinsam mit Unternehmen herausgegebene Kreditkarten. „Durch Kooperationen sind viele Banken zum Beispiel an Loyalty-Programmen bei firmeneigenen Kreditkarten beteiligt“, sagt Dr. Hubertus von Poser, Experte für Zahlungsverkehr bei PPI. „Dieser Zugang ist nun gefährdet, nachdem sich gestern EU-Parlament, Kommission und Ministerrat geeinigt haben. Denn Rabatte und Gratisdienste von firmeneigenen Kreditkarten rechnen sich nur, wenn Unternehmen an den Gebühreneinnahmen der Banken beteiligt sind. Gebührenausfälle von mehr als 75 Prozent sprechen jedoch dafür, diese Kooperationen in Frage zu stellen.“

Die neue EU-Verordnung unterdrückt zudem das Geschäft mit alternativen Bezahlmodellen, noch bevor es richtig begonnen hat. Apple Pay und Google Wallet nutzen in den USA etwa die Kreditkartensysteme von American Express und Mastercard zur Zahlungsabwicklung. In Europa dürften sich solche Kooperationen jedoch nun kaum noch rechnen. Der Grund: Apple verlangt von Kooperationspartnern in den USA 0,15 Prozent vom Umsatz. Im EU-Raum bedeutet das, jeden zweiten Gebührencent nach Cupertino zu überweisen. „Mobile Payment ist ein unattraktives Geschäft, wenn die Institute nur als stiller Abwickler im Hintergrund bleiben“, warnt von Poser. „Entscheidend ist der Zugang zum Kunden.“

Vor diesem Hintergrund müssen sich die Geldhäuser dringend überlegen, wie sie sich als strategische Partner dauerhaft im Zahlungsverkehr etablieren „Der Schlüssel zum Erfolg steckt in Mehrwerten und zusätzlichen Services für den Kunden“, so von Poser. „Fluggesellschaften, die Bonusmeilen für jeden Euro gewähren, sind das beste Beispiel für gute Kundenbindung. Die Attraktivität des Angebots zu erhöhen ist erfolgsentscheidend, um die Marke eines Unternehmens im Kartenmarkt zu etablieren und so attraktives Folgegeschäft auch für die beteiligten Banken zu generieren.

Der Experte rät den Instituten, sich an die Spitze dieser Entwicklung zu setzen und auch gemeinsam IT-Lösungen oder Abwicklungseinheiten für das Kartengeschäft der Zukunft zu entwickeln. Dazu von Poser: „Wer zu spät aktiv wird, motiviert Unternehmen dazu, mit eigenen Lizenzen das Geschäft aufzumischen und die Institute komplett zu verdrängen.“

PPI Aktiengesellschaft

Die PPI Aktiengesellschaft ist seit 30 Jahren erfolgreich für Banken und Versicherungen tätig. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen 388 Mitarbeitern 51,7 Millionen Euro Umsatz in den Geschäftsfeldern Consulting, Software-Entwicklung, Business Intelligence und Produkte. Im Markt der Banken ist PPI Spezialist für Zahlungsverkehr, Risikomanagement und Compliance. Versicherungsunternehmen bietet PPI fachlich wie methodisch exzellente Lösungen für alle Kernprozesse der Assekuranz. Die langjährigen Kunden schätzen an der Vorgehensweise die hohe Qualität sowie die absolute Termin- und Budgettreue. Die praxiserfahrenen Mitarbeiter vermitteln stets zwischen den Fachbereichen und der IT.

Pressekontakt

Florian Bongartz
Faktenkontor GmbH
Tel: +49 40 253 185-128
E-Mail: florian.bongartz(at)faktenkontor.de

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