Bankenregulierung

"Erst elf Prozent der Banken haben die Anpassungen an die MaRisk-Regularien abgeschlossen." (PPI FORUM)

Interview mit Peter Hoffner, Mitglied der Geschäftsleitung und Risikomanagementexperte bei PPI

Zeitdruck ist ein großes Problem bei der Umsetzung von gesetzlichen Regularien. Wie macht sich das im Bankenalltag bemerkbar?

Bei mehr als einem Drittel der befragten Bankentscheider aus den Bereichen Risikomanagement, Finanzen und IT fällt über die Hälfte der gesamten Arbeitszeit auf aufsichtsrelevante Fragestellungen. Grundsätzlich sind das Risikomanagement und vor allem der Bereich Risikosteuerung am stärksten durch neue Compliance-Auflagen belastet. Wie unsere Studienergebnisse zeigen, haben erst elf Prozent der Banken beispielsweise die Anpassungen an die MaRisk-Regularien bereits vollständig abgeschlossen.

Bei welchen Anforderungen gibt es aktuell die meisten Verzögerungen?

Neben den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) betrifft es insbesondere die Umsetzung der Transparenz und Sicherheit im Handel mit OTC-Derivaten (EMIR), die Prüfungen der Bundesbank, die Bewertung von Finanzinstrumenten durch den International Financial Reporting Standard 9 (IFRS 9) und die Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen (MaSan).

Welche Konsequenzen ziehen Banken aus den zunehmenden Compliance-Auflagen? Und was wollen sie im Hinblick auf das Risikomanagement künftig verbessern?

Das Risikomanagement plant vor allem eine bessere Quantifizierung der Risiken, eine Erweiterung regelmäßiger Risikoeinschätzungen und eine bessere Berücksichtigung von Wechselwirkungen einzelner Risikoarten. Da es jedoch in nahezu allen Bereichen der Unternehmenssteuerung Verbesserungsbedarf im Rahmen der regulatorischen Anpassungen gibt, rechnen 79 Prozent der Banken damit, mehr Standardsoftware einzusetzen und 30 Prozent der Geldhäuser wollen Veränderungen an der Geschäftsarchitektur vornehmen. Hierfür bietet es sich an, externe Experten zu Rate zu ziehen und gegebenenfalls das Outsourcing im IT-Bereich zu verstärken.

Zurück

Social Media