Zahlungsverkehr

Studie: Banken unterschätzen Datenflut durch SEPA und Basel III

SEPA und Basel III führen dazu, dass immer mehr Daten immer schneller verarbeitet werden müssen. Doch viele Geldhäuser unterschätzen dieses Problem. Zwar gehört die steigende Datenmenge für 73 Prozent zu den wichtigsten Themen im Zahlungsverkehr. Für konkrete Projekte sieht aber nur ein Viertel konkreten Handlungsbedarf. Das sind Ergebnisse der Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr“ des Software- und Beratungshauses PPI und ibi research. Dafür wurden führend Kreditinstitute befragt, die zusammengenommen rund 50 Prozent der Transaktionen des deutschen Zahlungsverkehrs abwickeln.

Ein Grund für die steigenden Datenmengen ist das XML-Format, das durch die Schaffung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) zum Standard bei der Datenübertragung wird. Dieses benötigt wesentlich mehr Volumen als das bisherige DTA-Format. „Durch SEPA steigt die Datenmenge, die von den Banken verarbeitet werden muss, um das Zwei- bis Dreifache“, sagt Dr. Hubertus von Poser, Studienleiter und Zahlungsverkehrsexperte von PPI. Neben dem Handling der steigenden Datenmengen müssen die Banken darüber hinaus künftig in der Lage sein, die Daten noch schneller als bisher zu verarbeiten. Grund dafür sind unter anderem die Anforderungen an das untertägigen Liquiditätsmanagements, Echtzeitzahlungen sowie der Schutz vor Betrug.

„Banken haben die Bedeutung des Datenmanagements lange unterschätzt. Dabei hängt der Erfolg im Zahlungsverkehr maßgeblich von der Fähigkeit ab, die Daten schnell und reibungslos verarbeiten zu können“, so von Poser. Kritisch sieht der Zahlungsverkehrsexperte vor allem, dass die meisten Banken an ihren bestehenden IT-Infrastrukturen festhalten. Wie die Studie zeigt, besteht für eine Mehrzahl der Befragten derzeit keine Notwendigkeit, ihre IT-Infrastrukturen zu erneuern. Schon jetzt haben jedoch viele der Kreditinstitute Probleme, die vorhandenen Datenmengen effektiv zu verarbeiten.

„Wer nicht rechtzeitig in neue Systeme investiert, wird von der steigenden Datenflut, die auf die Banken zukommt, erschlagen“, warnt der PPI-Experte. Die Folgen könnten von Verzögerungen bei der Bearbeitung von Überweisungen bis hin zu Unterbrechungen im kompletten Zahlungsverkehr einer Bank reichen. Das hätte dramatische Folgen. „Der Zahlungsverkehr ist der häufigste, in vielen Fällen sogar der einzige Kontakt zwischen Kunde und Bank. Das gilt sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden, die auf zügige und termingenaue Erledigung von Zahlungsaufträgen angewiesen sind. Es drohen immense Reputationsschäden“, sagt von Poser. Banken müssen den Zahlungsverkehr daher dringend als strategische Aufgabe begreifen und ihm die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient: als Drehscheibe für die Kundenbeziehung.

Über die Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr

Die Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr“ von PPI und ibi research erfasst den Status quo im Zahlungsverkehr und deckt strategische Handlungsoptionen auf. Dafür wurden 15 große und mittelgroße Kreditinstitute befragt, die zusammengenommen rund 50 Prozent der Transaktionen des deutschen Zahlungsverkehrs abwickeln. Die Studie kann ab dem 4. November 2014 bei der PPI AG und ibi research angefordert werden.

Über PPI

Die PPI AG ist seit 30 Jahren erfolgreich für die Finanz- und Versicherungsbranche tätig und ist Spezialist in den Geschäftsfeldern Consulting, Software-Factory und eBanking. PPI verfolgt hierbei hohe Ziele: Das Erfüllen höchster Kundenansprüche an Qualität und Professionalität, das Stärken der Wirtschaftlichkeit und der Marktposition der Kunden sowie das Handeln nach dem Gebot der unbedingten Fairness gegenüber Kunden und Mitarbeitern. Hierzu zählt insbesondere die hohe Verlässlichkeit in Preis- und Terminaussagen. Mit diesem Anspruch ist PPI seit 1984 stabil gewachsen. Weitere Informationen unter www.ppi.de.

Über ibi research

Seit 1993 bildet die ibi research an der Universität Regensburg GmbH eine Brücke zwischen Universität und Praxis. Das Institut forscht und berät zu Fragestellungen rund um das Thema „Finanzdienstleistungen in der Informationsgesellschaft“. ibi research arbeitet auf den Themenfeldern Retail Banking, E-Business, E-Commerce, E-Finance, IT-Governance und Geschäftsprozess-Management. Zugleich bietet ibi research umfassende Beratungsleistungen zur Umsetzung der Forschungs- und Projektergebnisse an und ist Initiator und Herausgeber des E-Commerce-Leitfadens (www.ecommerce-leitfaden.de). Weitere Informationen unter www.ibi.de.

Kontakt

PPI AG
Dr. Hubertus von Poser
Tel. 040 227433-4228
E-Mail: Hubertus.von.Poser(at)ppi.de

ibi research
Prof. Dr. Hans-Gert Penzel
Tel. 0941 943-1901
E-Mail: Hans-Gert.Penzel(at)ibi.de

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