Versicherungsmarkt

Studie: Mit Standardsoftware gegen steigende Kosten und für schnellere Prozesse (PPI FORUM)

Die deutschen Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kfz-Versicherer (SHUK) bringen frischen Wind in ihre IT-Plattformen. Mit Neuanschaffungen wollen 80 Prozent gegen hohe Kosten vorgehen, Produkte schneller einführen und flexibler auf Veränderungen reagieren. Das ergibt die neue PPI-Studie „IT-Plattformen für den Versicherungsbetrieb SHUK“.

Für die Studie befragte PPI die IT-Verantwortlichen von zwölf namhaften Versicherern unterschiedlicher Größe sowie 21 der wichtigsten deutschen und internationalen IT-Anbieter im Bereich Schadenversicherung. Untersucht wurden die Anforderungen der Versicherungen an IT-Plattformen sowie die Lösungsangebote der Hersteller.

Moderne IT als Allzwecklösung

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Versicherer mit der Anschaffung neuer Bestands- und Schadensoftware eine Fülle an Herausforderungen meistern wollen. Dazu zählt die Verlagerung des Geschäfts ins Internet sowie das Angebot kleinteiliger Tarife für individuelle Kundenwünsche. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, plant die Mehrheit der Assekuranzen die weitere Automatisierung von Prozessen durch IT. Wo es möglich ist, sollen Standardarbeiten und Geschäftsvorfälle vom Computer übernommen werden. 91 Prozent der Befragten setzen auf eine Ausweitung dieser Dunkelverarbeitung.

82 Prozent der Versicherer wollen zudem Standardplattformen einführen, um Produktvarianten nach dem Baukastenprinzip in wenigen Tagen zusammenzusetzen. 73 Prozent haben vor, diese Modularisierung auf interne Abläufe zu übertragen. Ändern sich beispielsweise gesetzliche Vorschriften, lassen sich interne Prozesse rasch anpassen. Weitere technische Trends, die IT-Investitionen auslösen, sind offene Schnittstellen für flexible serviceorientierte Architekturen sowie die Umstellung auf einen Rund-um-die-Uhr-Service (7x24-h-Betrieb).

Vielfältiger Softwaremarkt

Um die Ziele zu erreichen, können die Versicherer aus einem bunten Strauß von IT-Lösungen auswählen. Anders als in der Lebensversicherung gibt es für Schadenversicherer keinen marktbeherrschenden Anbieter. Das Spektrum reicht von etablierten reifen IT-Plattformen bis hin zu hochmodernen Systemen. Auch eine Reihe internationaler Hersteller verfügen über attraktive Lösungen.

Die Versicherungsunternehmen stellen klare Anforderungen an den Lieferanten. 80 Prozent der Versicherer erwarten eine Musterkonfiguration für die Bestandsverwaltung sowie vorgefertigte Beispielprodukte. Die Mehrheit möchte zudem mit dem Kauf einer neuen Bestandssoftware das Produktmanagement reorganisieren. 70 Prozent der Befragten wünschen sich ein integriertes Produktmanagement als Ablösung für bestehende Systeme. An die ausländischen Softwareanbieter stellen die Versicherer besondere Bedingungen: Die Produzenten müssen deutsche Referenzkunden vorweisen können, der Kundenbetreuer soll die deutsche Sprache beherrschen und Marktkenntnis nachweisen. Zudem muss die Lösung eine an die hiesige Versicherungslandschaft angepasste Version sein.

Weniger Customizing als früher

„Die Befragung zeigt darüber hinaus, dass die Versicherer deutlich weniger selbst Hand an die Standardlösung legen wollen“, sagt Studienleiter Tobias Kohl von PPI. „Vor zehn Jahren wurde die eingekaufte Software noch stark umprogrammiert, bis sie genauso starr und wartungsintensiv war wie ein komplett selbst entwickeltes System“, so Kohl. Künftig soll das Customizing dezenter ausfallen. Zwei von drei Versicherern bevorzugen eine Standardlösung, die sie später mit wenigen Handgriffen individuell konfigurieren und durch weitere Tools ergänzen können. Interessenten können die Studie „IT-Plattformen für den Versicherungsbetrieb SHUK“ per E-Mail bestellen. Schreiben Sie an Tobias.Kohl@ppi.de.

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