Compliance

Wie Banken den Social-Media-Schiffbruch vermeiden (PPI FORUM)

Soziale Medien gewinnen rasant an Bedeutung. Das Gros der Kreditinstitute nutzt Facebook und Co. bereits als Kommunikationskanal. Dabei lauern Gefahren, die für Bankmitarbeiter schwer zu erkennen sind. Abhilfe schaffen klare Social-Media-Regeln.

Bereits 93 Prozent der Kreditinstitute in Deutschland betreiben eine Facebook-Fanpage oder planen dies. Auch Bankmitarbeiter sind im Web 2.0 aktiv. Nicht immer lässt sich dabei klar trennen, was rein privat ist und wo Firmenziele berührt und womöglich gefährdet werden. Deshalb sollten Finanzunternehmen das Thema Social Media Compliance sehr ernst nehmen und sicherstellen, dass Gesetze und Standards eingehalten werden.

Im Frontend müssen alle Inhalte gesetzeskonform sein. Das klingt selbstverständlicher, als es ist. Denn zu einer Social-Media-Präsenz gehören auch Bildelemente wie der Like-Button. Klickt ein Besucher darauf, werden personenbezogene Daten an Facebook weitergeleitet. Kreditinstitute müssen darauf hinweisen und zuvor eine Einwilligung ihrer Kunden einholen. Im Backend sollten kritische Inhalte vor Veröffentlichung freigegeben werden. Geldhäuser laufen sonst schnell Gefahr, unwissentlich gegen Gesetze zu verstoßen. Ein Beispiel: Ein ehemaliger Vertriebsmitarbeiter spricht über XING Kunden an, um sie für die neue Firma zu gewinnen. Dies verletzt das Geschäftsgeheimnis im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. In einem weiteren Fall wirbt ein Angestellter auf seiner Facebook-Seite für ein Aktienzertifikat seines Arbeitgebers. Weist er dabei nicht auf Risiken hin, verstößt er gegen die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID).

Sechs Schritte zur Social Media Compliance

Um Social Media Compliance sicherzustellen, sollten Finanzunternehmen in sechs Phasen vorgehen. Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Programme wie Topsy zeigen, wie oft und in welchem Kontext im Web 2.0 über die Bank gesprochen wird. Dann folgt die Entwicklung einer Strategie. Anschließend wird die Social-Media-Richtlinie erstellt, in der Vorgaben zum Datenschutz, Branchengesetze, Regeln für das respektvolle Verhalten und für die Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit zusammenfließen. In der Anwendung der Richtlinie müssen Mitarbeiter geschult werden – online oder in Workshops. Bei der Umsetzung ist vor allem wichtig, in der Aufbau- und Ablauforganisation klare Zuständigkeiten und Prozesse festzulegen. Nähere Auskünfte zum Thema erteilt Matthias.Dippold@ppi.de.

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