SEPA

Zahlungsverkehr nach dem SEPA-Start: Von Entspannung keine Spur (PPI FORUM)

Seit August ist das Projekt SEPA für Banken und Versicherungen weitestgehend beendet. Weitestgehend, denn es warten Folgeprojekte wie das SEPA Card Clearing und die SEPA-Einführung bei Zahlungen in Nicht-Euro-Länder. Und damit nicht genug: Vier weitere zentrale Herausforderungen sorgen für Veränderungen im Zahlungsverkehr.

Die Zeit nach dem SEPA-Start hat es in sich. Weitere Regulierungsvorhaben im Zahlungsverkehr warten bereits auf ihre Umsetzung. Dazu zählt beispielsweise die Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD II). Die mit der Vorschrift geplante Trennung von Zahlungsmandat und Grundgeschäft könnte unter anderem signifikante Prozessanpassungen bei der Rückgabe von Lastschriften auslösen.

Neue Aufgaben für Finanzdienstleister

PSD II, ebenso wie die geplanten Mindestanforderungen für die Sicherheit im Zahlungsverkehr (SecuRe Pay), fordern zudem neue Sicherheitsstandards. Das bedeutet einen zweiten großen Aufgabenblock für Finanzdienstleister. Internetbasierte und mobile Zahlungsdienste schaffen neue potenzielle Missbrauchs- und Betrugsrisiken. Darauf muss sich die Branche vorbereiten, beispielsweise durch eine verschärfte Authentifizierung. Gefragt sind neue Mechanismen, die helfen, Zahlungsausfälle und -verzögerungen sowie Betrug zu vermeiden.

Gleichzeitig bedeuten die neuen Internet-Bezahldienste Konkurrenz für die etablierten Banken. Aktuell versuchen in Deutschland Anbieter von mehr als 100 unterschiedlichen Verfahren, den Kunden zu überzeugen. Der Finanzsektor wird deshalb an einer dritten Baustelle arbeiten und seine bereits sehr sicheren Verfahren auch in puncto Benutzerfreundlichkeit modernisieren müssen. Vor allem getrieben durch SEPA und die Komplexität der SEPA-Lastschrift suchen immer mehr Unternehmen der Finanzbranche nach alternativen und modernen Bezahlverfahren.

Verstärktes Outsourcing sinnvoll

Die permanenten Veränderungen wirken sich auch auf die Kosten im Zahlungsverkehr aus. Die vierte Herausforderung für Banken und Versicherer ist deshalb die Verbesserung der Effizienz. Ansatzpunkte gibt es beispielsweise bei der Erfassung von Zahlungsaufträgen durch verstärktes Outsourcing einzelner Aufgaben. Ein weiterer Hebel ist, eine größere Zahl eingereichter Zahlungen vollautomatisiert weiterzuverarbeiten und damit die so genannte STP-Quote zu senken. Von Entspannung im Zahlungsverkehr kann damit auch nach dem offiziellen SEPA-Start keine Rede sein. Banken, Versicherer und Finanzdienstleister werden sich den genannten Herausforderungen stellen müssen. Je eher Planung und Umsetzung beginnen, desto früher können die Unternehmen von den Veränderungen profitieren. Mehr Informationen bei Dr. Hubertus von Poser, Hubertus.von.Poser(at)ppi.de.

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