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MiFID – Wertpapier Compliance

Große Herausforderungen für die Banken – aber auch Chancen?

Der europäische Gesetzgeber hat mit der Neufassung der Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente  (MiFID II) neue Vorgaben geschaffen, die unter anderem den Anlegerschutz verbessern sollen. Im MIFID-II-Readiness-Index nehmen Verantwortliche aus den Banken Stellung zu den neuen Regelungen.

Die Finanzmärkte haben sich nachhaltig verändert. Die Finanzmarktkrise, neue Marktteilnehmer und Produkte, Handelsformen und technologische Entwicklungen (wie etwa Algo Trading, High Frequency Trading) machten weitreichende Maßnahmen erforderlich: Weniger regulierte Finanzgeschäfte mussten stärker beaufsichtigt und das Dienstleistungsgeschäft für den Wertpapierhandel umfassender reguliert werden – um so den Anlegerschutz nachhaltig zu verbessern.

Die Neufassungen wurden im Amtsblatt der Europäischen Union in der Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente  (MiFID II) und die Verordnung (EU) Nr. 600/2014 über Märkte für Finanzinstrumente (MiFIR) veröffentlicht. Der deutsche Gesetzgeber hat die europäischen Vorgaben im Rahmen des zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetzes FiMaNoG umgesetzt.

Die ursprüngliche Richtlinie wurde grundlegend überarbeitet und um eine Verordnung (MiFIR) ergänzt.

Mit diesen zum 03.01.2018 in Kraft getretenen Regelungen wurde der rechtliche Rahmen zur Erbringung von Wertpapierdienstleistungen neu gestaltet. Die Umsetzung hat für die betroffenen Unternehmen der Finanzindustrie eine Vielzahl neuer Themen und Herausforderungen mit sich gebracht.

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50 MiFID II-Verantwortliche aus deutschen Kreditinstituten haben ihr Feedback zu den neuen Regelungen gegeben. Ihre bisherigen Erfahrungen sind in der 7. Befragungswelle veröffentlicht.

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Dem Kunden sind alle anfallenden Kosten offenzulegen – sowohl ex-ante als auch ex-post. Eine besondere Herausforderung ist hierbei die Ermittlung der ex-ante Kosten, welche oft noch nicht  final bekannt sind. Ein einheitlicher Standard der Kostendarstellung soll dem Verbraucher helfen, Produkte besser vergleichen zu können. Grundsätzlich ist eine Verzichtsmöglichkeit seitens des Kunden nicht vorgesehen. Nur in Ausnahmefällen können abweichende Vereinbarungen getroffen werden.

Eine der kostenintensivsten Anforderungen ist das Aufzeichnen sämtlicher Telefongespräche, die sich auf die Annahme, Übermittlung und Ausführung von Kundenaufträgen bezieht. Hier ist insbesondere auf eine aufsichtskonforme Einstellung in Bezug auf den Start einer Aufzeichnung zu achten. So genügt es nicht, am Ende des Gespräches die Aufzeichnung zu starten und das Gesagte noch einmal zusammenzufassen. Die Pflicht zur Aufzeichnung jeglicher elektronischer Kommunikation stellt Finanzinstitute gerade in der Kommunikation mit dem Kunden  immer wieder vor neue Herausforderungen.

Sowohl Hersteller als auch Vertreiber von Produkten sind verpflichtet, einen Zielmarkt anhand vorgegebener Kriterien für jedes einzelne Produkt festzulegen. Hierbei wird  zwischen einem positiven und einem negativem Zielmarkt unterschieden. Der Vertreiber darf sich hierbei nicht auf die Angaben des Herstellers verlassen. Er ist vielmehr zu einer eigenen Festlegung im Rahmen eines Produktgenehmigungsprozesses verpflichtet – abhängig  vom Geschäftsmodell und der Vertriebsstrategie. Diese ist an den ermittelten Vorgaben der Kunden hinsichtlich von Zielen und Bedürfnissen auszurichten, um einen zielmarktkonformen Vertrieb sicherzustellen.

Anstelle des Beratungsprotokolls tritt mit MiFID II die sogenannte Geeignetheitserklärung. Das Kernstück bildet der Abgleich der Empfehlung des Anlageberaters mit den Kundenangaben anhand der Kriterien aus der Geeignetheitsprüfung. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf eine individuelle Darstellung und Begründung gegenüber dem Kunden zu legen, inwiefern eine Empfehlung in Einklang mit den Anlagezielen und persönlichen Umständen steht. Pauschale und standardisierte Aussagen ohne Bezug zu dem einzelnen Kunden, dem einzelnen Finanzinstrument und der Situation sind nicht zulässig.

Eine der wesentlichsten Änderungen der MiFID II ist die Neuregelung des Zuwendungsverbotes. So gilt für die unabhängige Honorar-Anlageberatung und die Finanzportfolioverwaltung ein generelles Zuwendungsverbot. Dies gilt sowohl für monetäre, wie auch für nicht-monetäre Zuwendungen. Bei der Erbringung sonstiger Wertpapier-(neben)-Dienstleistungen müssen Zuwendungen zur Verbesserung der Beratungsqualität genutzt werden und dürfen nicht als „Gewinn“ vereinnahmt werden. Finanzinstitute müssen dem Kunden alle Zuwendungen offenlegen und in einem Zuwendungsverzeichnis fortlaufend erfassen.

Neben der Sicherstellung, dass jede Transaktion im bestmöglichen Interesse des Kunden ausgeführt wird, ist eine jährliche Top 5 Liste zu erstellen. Diese soll Auskunft über die tatsächlichen Ausführungsplätze geben und ist jeweils bis Ende April zu erstellen und auf der Website zu veröffentlichen. Anstelle der regelmäßigen Überprüfungen tritt nun die jährliche Verpflichtung zum Backtesting.

Die bisherige „§ 9 WpHG-Meldung“ wurde erheblich und insbesondere um persönliche Daten ergänzt. Durch eine eindeutige Identifizierung des Auftraggebers einer Wertpapiertransaktion wird eine zielführende Überwachung potentiellen Marktmissbrauchs und Insiderhandels durch die Aufsichtsbehörde sichergestellt. Für juristische Personen ist ein Wertpapierauftrag ohne (kostenpflichtigen) sogenannten Legal Entity Identifier (LEI) nicht mehr möglich.

Die Regulatorik fordert von Finanzinstituten die Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdemanagementfunktion. Details zum Ablauf eines Beschwerdeverfahrens sind transparent, aktuell und genau darzustellen und zu veröffentlichen. Eingehende Beschwerden sind zügig zu bearbeiten und systematisch in einem internen revisionssicheren Beschwerderegister festzuhalten. Zusätzlich zu bestehenden Meldepflichten ist der Aufsichtsbehörde jährlich (erstmalig im März 2019) ein Beschwerdebericht mit detailliert vorgegebenen Auskünften zu übermitteln. 

Mit MiFID II zählen Finanzanalysen (Research) zu den nicht-monetären Zuwendungen und unterliegen somit dem generellen Zuwendungsverbot. Die Bereitstellung von Analysen stellt nur dann keine Zuwendung dar, wenn das Wertpapierdienstleistungsunternehmen die Analysen aus eigenen Mitteln bezahlt oder aus einem separaten Analysekonto – gespeist von Kundengeldern – begleicht. Der Erhalt von Research darf nicht von anderen Leistungen wie etwa Orderausführungen abhängen (Unbundling). Grundsätzlich widersprechen der Erhalt und die Bereitstellung von „kostenlosem“ Research dem Zuwendungsverbot.

Unsere Dienstleistungen

PPI unterstützt Sie in allen Themenbereichen – von der GAP-Analyse bis zur Umsetzung der regulatorischen Anforderungen. Bei all unseren Dienstleistungen zielen wir auf eine ausgeglichene Balance zwischen Nachhaltigkeit und Effizienz ab. Unsere Experten analysieren gemeinsam mit Ihnen beispielsweise die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung – ohne die IT-seitigen Auswirkungen regulatorischer Themenstellungen auf die Front-, Middle- und Back-Office Bereiche außer acht zu lassen.

Wir verwenden State-of-the-Art Projektmanagement-Tools und kombinieren agile und klassische Vorgehensmodelle im Rahmen eines hybriden Projektmanagements, um flexibel auf Ihre Anforderungen einzugehen.

Kunden der PPI AG profitieren dabei doppelt, denn neben einem Höchstmaß an Flexibilität in der Planung und Optimierung betroffener Prozesse und IT-Systeme haben Sie die Gewähr, dass Ihr Geschäftsbetrieb regelkonform fortgesetzt wird und Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Unser Vorgehensmodell

Bestandsaufnahme und Review der umgesetzten Maßnahmen

  • Untersuchung des Ist-Zustandes
  • Identifizierung und Priorisierung von Gaps respektive Optimierungsbedarf - ggf. unter Einbeziehung von "Reg Tech"
  • Aufbau eines Kompetenzteams

Analyse und Re-Design

  • Analyse der MiFID-Anforderungen
  • Überprüfung des Geschäftmodells
  • Entwicklung von Lösungsansätzen
  • Erstellung der Roadmap

Operational Excellence

  • Umsetzung der notwendigen Anpassungen bzw. Erweiterungen in den Organisationen, Prozessen und IT-Systemen
  • Hebung von Effizienzvorteilen/ Synergieeffekten
  • Einsatz innovativer Technologien

Ihre Ansprechpartner

Angelika Hinz

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